Mit Fremden in Kontakt treten: Hat mich die Elternschaft kontaktfreudiger gemacht?

Connecting with strangers: Has becoming a parent made me more out-going?

Beziehungen sind für Eltern besonders wichtig. Julia, die zum ersten Mal Mutter geworden ist, erzählt, wie es ihr seit der Geburt ihres Kindes leichter fällt, mit Fremden in Kontakt zu treten. Hattest du auch schon schöne Begegnungen mit Menschen, die du nicht kanntest?

Elternsein kann eine ziemlich einsame Erfahrung sein. So sehr ich es auch liebe, mich um meinen kleinen Sonnenschein zu kümmern und unsere gemeinsame Zeit genieße, können sich manche Tage trotzdem ziemlich lang und, ich wage es kaum zu sagen, isolierend anfühlen. Die Kommunikation mit einem Einjährigen ist etwas eingeschränkt. und mir fehlt oft der tägliche Kontakt mit anderen Erwachsenen.

Eines habe ich jedoch gelernt (vielleicht ist es an der Zeit, mein Wissen zu erweitern). „12 Dinge, die ich in meinem ersten Jahr als Mutter gelernt habe“! Das Besondere daran ist, dass fast jeder Aspekt der Elternschaft auch eine Kehrseite hat. Ja, es kann einsam sein, aber Elternschaft kann einem auch ein unglaubliches Gefühl der Verbundenheit mit anderen Menschen vermitteln – sogar mit solchen, die man vorher gar nicht kannte.

Mein Mann hat angefangen, mich scherzhaft so zu nennen. „die seltsame Busfahrerin“ Denn schon mehr als einmal habe ich unsere übliche Schilderung unserer jeweiligen Tage mit den Worten begonnen: „Ich hatte heute ein nettes Gespräch im Bus.“ Unweigerlich erntet man dann Augenrollen.

Ich möchte das etwas genauer erklären. In den letzten Monaten kam ich zweimal im Bus spontan mit einer anderen Mutter (die ihr Kind dabei hatte) ins Gespräch. Ich erinnere mich nicht mehr, wer das Gespräch begonnen hat, aber nachdem wir das Eis mit der üblichen Begrüßung für Eltern gebrochen hatten, … oder „…und wie alt ist Ihr Kind?“, Schon bald unternahmen wir gemeinsam einen gemütlichen Spaziergang durch die malerischen Alleen, die das Leben mit Kindern ausmachen.. Von Diskussionen über unser bevorzugtes Transportmittel (Kinderwagen oder Babytrage) und Kindergärten bis hin zur detaillierten Beschreibung von Entwicklungsmeilensteinen und den sich verändernden und herausfordernden Essgewohnheiten unserer Kinder wurde innerhalb weniger Bushaltestellen ein breites Spektrum an Themen behandelt.

Beide Male war ich erstaunt, wie natürlich sich diese Gespräche anfühlten. Es herrschte eine Vertrautheit und Offenheit, als würden wir uns schon ewig kennen. Und so schnell, wie sie begonnen hatten, endeten sie auch schon wieder, als wir uns an der nächsten Haltestelle verabschiedeten. Ich sah sie nicht wieder. Trotzdem hatten mir diese kleinen Momente den Tag so sehr verschönert, dass ich sie meinem Mann beim Abendessen erzählte (und jetzt darüber schreibe!).

Doch diese zufälligen Begegnungen finden nicht nur im Bus statt. In den letzten anderthalb Jahren habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich mich kurz mit Fremden unterhalte, sei es beim Schaukeln meiner Tochter auf der Babyschaukel im Park oder während ich in dem neuen Babycafé einen Chai Latte schlürfe.. Zugegeben, bei diesen Fremden handelt es sich meist um andere Eltern, und die Gespräche verlaufen ziemlich schematisch und drehen sich fast ausschließlich um unseren Nachwuchs.

Trotzdem war es vor der Geburt meiner Kinder ungewohnt für mich, einfach so mit Fremden ins Gespräch zu kommen. Ich bin in Gesellschaft eher schüchtern und Smalltalk fällt mir schwer, aber diese kleinen Menschen sind wie ein unsichtbares Band, das uns verbindet. Als Eltern teilen wir so viele der gleichen Schwierigkeiten, Herausforderungen und Freuden, dass die anfängliche Unsicherheit in jeder Begegnung fast schon verschwunden ist.

Natürlich sind nicht alle davon begeistert. Manche Gespräche kommen nicht über das anfängliche „Wow – sie hat ja eine Menge Haare!. Manche Gespräche wirken unbeholfen oder erzwungen, andere kommen gar nicht erst zustande.Doch es gibt auch diese kostbaren Momente der spontanen Verbundenheit, die als Tor dienen, bevor sich das Gespräch auf andere Themen jenseits der Elternschaft ausweitet und, wer weiß, sich vielleicht sogar zu einer Freundschaft entwickelt.

Bei meiner dritten Begegnung im Bus – nun ja, sie ereignete sich eigentlich genau beim Aussteigen (zählt das nicht trotzdem?) – traf ich eine Mutter und ihre Tochter, die beide auf dem Weg zum selben Mutter-Kind-Fitnesskurs waren. Wir kamen auf dem Hinweg ins Gespräch, setzten es auf dem Rückweg fort und treffen uns seitdem fast jede Woche. Alles dank unsere kleinen Mädchen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit anderen Eltern gemacht? Hattet ihr schon mal eine schöne Begegnung mit Fremden? Erzählt mir davon!